Samstag, 29. September 2007

Ein ereignisreicher Tag in Santa Pola, Spanien

28.09.07 Fuer diesen Freitag war eigentlich Ostwind in perfekter Staerke (8 bis 10 Kt) vorher gesagt. Am fruehen Nachmittag wurde das laue Lueftchen, was den ganzen Morgen blies staerker, und wir gingen hoffnungsvoll zum Startplatz vor.



Bald kamen die ersten guten Abloesungen hoch und ich zog euphorisch meinen Gleitschirm auf um 5 Minuten spaeter unten zu stehen. Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich bin gestern insgesamt viermal abgesoffen und dreieinhalbmal hoch gelaufen. Das ist bis jetzt hier persoenlicher Rekord.

Unterhalb Faro abgesoffen...


...den halben Hang hoch gestolpert. Hier bin ich lange nicht mehr gestartet.


Zwischen dem Gestruepp macht sich der alte Tulpenstart gut.

Notstartplatz "Faro" von oben



Hat auch gluecklicherweise diesmal auf Anhieb geklappt.


... und schon bin ich wieder oben bei Stefan.



Stefan vor der Insel Tabarca



Wir haben noch ein bisschen kaempfen muessen, aber die Bedingungen wurden besser. Wir sind noch ca. 2 Stunden geflogen und haben teilweise ganz gute Hoehe erreicht.
Richtung Alicante

Nach einer kurzen Kaffeepause hat es uns nochmal gepackt und wir sind zusammen mit Carmen und Alex gestartet. Dummerweise ist beim Rausziehen der Kamera mein Autoschluessel aus dem Gurtzeug gefallen und ich habe (vergeblich) bis zum Einbruch der Dunkelheit gesucht. Jetzt hoffe ich, dass die spanische Opel- Gang am Montag den Ersatzschluessel bestellen kann.
Carmen

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Freitag, 18. Mai 2007

Masochismus mit Gleitschirm

Ja, es gibt sicher viele Möglichkeiten sich beim Paragliding zu quälen, man denke nur an die vielen Lee- oder Rückenwindstarter und -lander. Schon oft hab ich mir gedacht, dass ich die eigentlich auf Schmerzensgeld verklagen müsste, so schnell kann ja auch niemand weg schauen. Aber irgendwie steckt doch in den meisten Piloten der kleine Gleitschirmmaso, oder? Jeder kämpft sich in seiner Ausbildung durch Brennnesseln und Himbeerbüsche um dann festzustellen, dass für 5 Minuten unbequemes Hängen im Gurtzeug mindestens 30 Minuten Hochschleppen ( das ganze Gerödel und sich selbst) eingesetzt werden müssen. Das schaut auf dem Werbevideo immer so easy aus, dass man sich gar nicht sicher ist, ob man sich überhaupt "Sportler" nennen darf. Du darfst!!! Da bin ich mir nach 20 Jahren "Fliegen mit dem leichtesten und einfachsten Luftfahrzeug- 6 kg, verpackt in einen kleinen Rucksack... nach ein paar Schritten... blabla" ganz sicher.
Klar, es gibt sie, diese "ich schmeiss meine Kiste aus der Bahn und los geht´s- Flüge", jedoch bei einem Blick auf das peinlich genau geführte Flugbuch muss man schon ein bisschen suchen, um den letzten dieser "Traumtage" zu finden. Und der vorletzte? Im alten Buch, zu Hause?

DER ALTE MANN UND DAS MEER

...fällt mir immer ein, wenn es um Ausbeute, Effektivität, Statistik oder zu der Frage:"Was bleibt unterm Strich?" kommt. Ich versuche es immer mit dem Angeln zu vergleichen. Da zählt niemand Fisch pro Stunde (oder Tag). Ein dicker schöner Fisch genügt, um Tage und Nächte bei jedem Wetter auszuharren und auf solch ein Erlebnis zu hoffen, auf dieses Gefühl, dass genau du zur richtigen Zeit am richtigen Ort bist und dieses kräftige Zupfen an der Leine spürst.

Nach meinem Start bog ich gleich nach Süden Richtung Faro. Vor der Urbanisation zwei, drei kleine Heber, aber auch an der Nordwand kein Fisch. Rumdrehen, Einlanden- überraschend sanft, trotz Hang. Kurz zuvor dachte ich noch:"was soll´s, bist schon lange nicht mehr hoch gelaufen".
Also raffte ich meinen Schirm zusammen und bewegte mich Richtung Privatstartplatz "Mulde". Ich hatte kaum 10 Meter hinter mir ging das Quälen auch schon los. Die Luft war so heiß und zäh, dass ich das Gefühl hatte, ich bring sie nicht in meine Lunge rein. Ich hatte nur ein T-shirt und Shorts an, aber ich schwitzte, wie ein Brot vom Aldi. Das Herumstolpern im Geröllfeld kostete verdammt viel Kraft und alle 5 Meter verhing sich irgendeine Leine im Gestrüpp. Die um die Hand gewickelten Fangleinen schnürten so ein, dass ich zwei mal wechsel musste. und immer das gleiche Spiel, die ersten 2/3 des Aufstiegs denke ich : " oben ruhe ich aus und dann geht´s heimwärts. Das langt für heute." Im letzten Drittel, wenn man schon die Ablösungen im Nacken spürt kommt die Idee, heim fliegen ist besser als heim laufen! Wenn ich dann oben stehe und total hinüber bin, dann sind die Bedingungen viel zu gut zum Aufhören.
Das Spiel habe ich heute drei mal gemacht. Ich bin Gleitschirmmaso, und das ist gut so!

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