Sturm im Paradies
Ihr seht: ein Tag, an dem mir nix gscheites einfaellt.
Die letzten Fetzen des Windfaehnchens vom Startplatz fliegen an meiner Terasse vorbei. Die Windanzeige meines Nachbarn Ruben drueben in El Faro steht auf 39 km/h. Gestern hat es "endlich" ( O-Ton meiner Gattin) mal wieder geregnet. Gott-sei-dank habe ich meinen Gastpiloten fuer diese Woche nahe gelegt, zu verschieben, was auch dankend an genommen wurde. Sonst musste ich sie jetzt mit Udo Lindenberg beschallen und mit Whiskey con un poco de Coca-Cola betaeuben, und die vier stunden ueberbruecken, bis die Bodega oeffnet.
Letzter Flug am 11.02.08
Mit Rueckenwind am Fels vor El Faro vorbei geschossen...
... auf die Nordwand zu gestochen...
... und am Faro fast auf der Stelle stehend ab gesoffen.
Auf dem Rueckweg hab ich dann mal wieder gemerkt, wie lange es dauert, bis die Kiste sich beim Beschleunigereinsatz beruhigt und wirklich Fahrt auf nimmt.
Nach der Landung hab ich einem Drachen das Feld ueberlassen.
Das Meer so glatt, wie der Hinterreifen meiner GSXR.
Meine Messung mit dem
Windmaster2 am Startplatz : Durchschnitt 26 km/h, Spitze 32 km/h.
?
...und fuer morgen, alles offen?
Labels: Santa Pola, Sturm, Windmessung
Der Tod in meiner Hand
Seit ca. 17 Jahren packe ich diese kleinen Päckchen, die oben, unten, links oder rechts im Gurtzeug verstaut sind und lustige Namen, wie Second Chance, Mayday oder ähnlich tragen. Gemeint sind Rettungsgeräte. Diese Reserveschirme sollen im Falle der Flugunfähigkeit des Gleitschirms also dann, wenn der Spass aufhört dem Piloten das Leben retten. Nachdem es im Jahre 1997 mehrere Unfälle durch falsch eingebaute Notschirme gegeben hat führte der DHV 1998 die so genannte Kompatibilitätsprüfung ein, welche die Funktiontüchtigkeit des Systems Gurtzeug- Rettungsschirm beim jeweiligen Pilot sicherstellen sollte.Heutzutage sind Notschirme laut Herstellerangabe meist alle 6 Monate (DHV empfiehlt alle 4 Monate) zu packen. Wenn die Möglichkeit gegeben ist lasse ich die Piloten, die mit ihrem Retter zu mir kommen gerne vorher das System auslösen. Meist werden die Augen dann groß, begleitet von einem gepressten "Mei iss des schwaar!" ( auf deutsch ungefähr mit "das Drecksding geht schwer raus" zu übersetzen). Falls die Möglichkeit der Auslösung durch den Flieger nicht besteht übernehme ich diesen Part vor dem Aufhängen des Notschirms. In diesem Zusammenhang habe ich auch schon einige Überraschungen erlebt. In vielen Fällen ist noch die halbe Botanik der letzten Baum- oder Gebüschlandung im Container. Ich hatte auch schon Rettungsschirme denen während des Flugs das halbe Brot incl. Alufolie zu gepackt wurden. Bis heute habe ich, wenn auch mit teils deutlichem Kraftaufwand jede Rettung auslösen können. Bis heute!

Dieser Reserveschirm wäre nicht aus zu lösen gewesen.
Nach dem Motto: Man lebt nur ein mal- probier´s aus!Das geht einem schon eine Zeit lang durch den Kopf!Ich wollte mir den Flugtag nicht versauen lassen und war bei dem starken Wind wenigstens zum GH (Groundhandling, neudeutsch für Bodenübung mit dem Gleitschirm) am Startplatz.
Das Bild habe ich der Webcam geklaut.
Nachdem ich doch 2 bis 3 mal rückwärts geflogen bin hab ich es dann auf morgen verschoben.Nach dem Sturm von gestern soll sich ja morgen der Wind beruhigen- gute Aussichten!Gestern waren wir am Meer...

... und Ian hat mit dem kleinen "Schirm" geübt.

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