Mittwoch, 20. Februar 2008

Parascratching in Santa Pola

Fuer gestern hatte ich mir eigentlich wenig Hoffnungen gemacht, in die Luft zu kommen. Als die ersten Gleitschirme starteten, um kurz darauf am Boden zu stehen machte ich mich auf den Weg zum Startplatz um hallo zu sagen. Die leicht labile Luft am Mittag war feucht, der Himmel bedeckt und der Wind kam OSO (= ostsuedost, nicht oestesuroeste, was WSW entspricht!!!), weswegen es fuer die meisten Piloten am ersten Felskopf schon in steilem Winkel nach unten ging.

"Lange nicht mehr hoch gegangen!" Mein ueblicher Gedanke bei solchen Flugbedingungen draengte sich auf. Eigentlich haette ich bei solchen Temperaturen nichts gegen einen Spaziergang.

Nach etwas Smalltalk, waehrend ich meinen Winterschirm hin warf, hatte ich gerade genug Wind um die Kiste auf zu ziehen und zu sehen, dass die Leinen stimmten. Den naechsten Windhauch nutzte ich und startete im mitten verblueffter Gesichter. Auf meinem Flug zum Faro kratzte ich staendig an der Wand entlang und versuchte, den Schirm moeglichst ganz ruhig zu halten. Nur keine Wellen machen! Am Faro kam ich deutlich unterhalb der Felskante an.
Mehr als eine Viertelstunde kaempfte ich mit dem Absaufen bis ich etwas Hoehe machen konnte und den Heimflug an trat. Gluecklich landete ich ca. 15 m unterhalb des Startplatzes ein.
Drei Stunden spaeter legte der Wind noch mal zu und Carmen, Alex und ich hatten keine Muehe, die ganze Kante entlang zu soaren.
C&A
Alex vor dem Faro
Carmen fliegt durch meine Steuerschlaufe
Atomphil im Visier

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Freitag, 19. Oktober 2007

Der Tod in meiner Hand

Seit ca. 17 Jahren packe ich diese kleinen Päckchen, die oben, unten, links oder rechts im Gurtzeug verstaut sind und lustige Namen, wie Second Chance, Mayday oder ähnlich tragen. Gemeint sind Rettungsgeräte. Diese Reserveschirme sollen im Falle der Flugunfähigkeit des Gleitschirms also dann, wenn der Spass aufhört dem Piloten das Leben retten. Nachdem es im Jahre 1997 mehrere Unfälle durch falsch eingebaute Notschirme gegeben hat führte der DHV 1998 die so genannte Kompatibilitätsprüfung ein, welche die Funktiontüchtigkeit des Systems Gurtzeug- Rettungsschirm beim jeweiligen Pilot sicherstellen sollte.

Heutzutage sind Notschirme laut Herstellerangabe meist alle 6 Monate (DHV empfiehlt alle 4 Monate) zu packen.

Wenn die Möglichkeit gegeben ist lasse ich die Piloten, die mit ihrem Retter zu mir kommen gerne vorher das System auslösen. Meist werden die Augen dann groß, begleitet von einem gepressten "Mei iss des schwaar!" ( auf deutsch ungefähr mit "das Drecksding geht schwer raus" zu übersetzen). Falls die Möglichkeit der Auslösung durch den Flieger nicht besteht übernehme ich diesen Part vor dem Aufhängen des Notschirms. In diesem Zusammenhang habe ich auch schon einige Überraschungen erlebt. In vielen Fällen ist noch die halbe Botanik der letzten Baum- oder Gebüschlandung im Container. Ich hatte auch schon Rettungsschirme denen während des Flugs das halbe Brot incl. Alufolie zu gepackt wurden. Bis heute habe ich, wenn auch mit teils deutlichem Kraftaufwand jede Rettung auslösen können. Bis heute!








Dieser Reserveschirm wäre nicht aus zu lösen gewesen.
Nach dem Motto: Man lebt nur ein mal- probier´s aus!


Das geht einem schon eine Zeit lang durch den Kopf!


Ich wollte mir den Flugtag nicht versauen lassen und war bei dem starken Wind wenigstens zum GH (Groundhandling, neudeutsch für Bodenübung mit dem Gleitschirm) am Startplatz.







Das Bild habe ich der Webcam geklaut.


Nachdem ich doch 2 bis 3 mal rückwärts geflogen bin hab ich es dann auf morgen verschoben.


Nach dem Sturm von gestern soll sich ja morgen der Wind beruhigen- gute Aussichten!

Gestern waren wir am Meer...


... und Ian hat mit dem kleinen "Schirm" geübt.

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Mittwoch, 25. April 2007

Es geht wieder! 25.04.07

Das alte Feeling ist wieder da, und schlauer bin ich auch. Die ganze verunsicherte Gleitschirmfliegergemeinschaft Santa Pola atmet auf. Lucian hat es in seinem Kommentar unten erklärt: der hohe Luftdruck (1009 hPa) war schuld. Luft sinkt im Hoch ab, erwärmt sich und bildet , wie bei der Absinkinversion einen "Deckel" unter dem die kältere Luft dahinzischt. Komisch! Eigentlich hatte ich das Gefühl, dass die warme Luft auf der kalten toten Bodenschicht dahingezischt ist. Unten kalt und windstill und oben warm und Sturm.

Das Wichtigste ist: heute hat der Wind auf SO gedreht und der Luftdruck ist gefallen und schon war alles beim Alten. Zuerst ist Guido gegen den Südwind gestanden und abgesoffen (ich hab´s mir gespart), und danach sind wir bei schachem Ost an der Nordwand geschrappt, wie in alten Zeiten. Dummerweise hab ich mich so gefreut, dass ich gleich übermütig bis zum Faro geflogen und auf dem Rückweg böse abgesoffen bin. Beim Landen unterhalb der Nordwand im Hang musste ich zwischen den Felsen Slalom fliegen, blöde Stelle!


Guido hatte noch weniger Wind, aber konnte endlich mal die Nordwand kennenlernen.


Freue mich auf morgen. Die Vorhersage sieht perfekt aus.



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