Dienstag, 19. Juni 2007

Paragliding mit Leidenschaft 10

10. Neue Ideen
Begeisterung ist ansteckend, also lass dich von deinen Lieblingsschriftstellern infizieren! Richard Bach, Autor von "Die Möwe Jonathan", "Illusions" und "One" ist ein Meister im Geschichtenerzählen über Luftfahrt und Metaphysik. Judy Leden, Exweltmeisterin im Drachen und Gleitschirm fliegen schrieb "Flying with Condors", Jim Palmieri (USA) hat eine riesige Anzahl von Erzählungen in "Stories of our Heritage" gesammelt. Ich schrieb eine Erzählung unter dem Titel "Hinter dem Unsichtbaren". Alle haben das gleiche Ziel - den Leser eine beeindruckenden Einblick in die Welt des Fliegens zu geben. Nimm eines dieser Bücher mit ins Bett und du wirst als glücklicher Pilot aufwachen.
http://EzineArticles.com/?expert=Greg_Hamerton

Das war der letzte Teil der Tipps, die uns Greg Hamerton gibt, um unsere eingeschlafene Flugbegeisterung wieder aufleben zu lassen. Leider gibt es einige Bücher nur in der englischen Version. Auf der Seite des ZDF über Judy Leden habe ich einen kurzen Artikel gefunden. Ist schon sehr beeindruckend, wie sie ihre Träume lebt.

Ich bin immer wieder überrascht, wie viele Piloten, die früher Tag für Tag am Himmel zu sehen waren mit einem Schlag die Szene verlassen. Selbst Fluglehrerkollegen werden plötzlich von Flugunlust befallen. Ein seltsames Phänomen, das früher oder später scheinbar jeden Flieger ereilt. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass man das Gefühl bekommt, sein Ziel erreicht zu haben und man wird sich bewusst, wie gefährlich es am Gipfel ist? Jeder Schritt weiter kann zum Absturz führen. Der nächste Klapper könnte im Spiralsturz enden. Auf der Stelle fallen einem genügend Beispiele für ein gewaltsames Ende der einst so bewunderten Fliegerei ein. An diesem Punkt sage ich mir immer "kleine Brötchen backen!". Es muss nicht jeder Flug länger, höher oder weiter sein. Die Bedingungen müssen nicht jedes mal anspruchsvoller sein. Fliege so, wie es dir Spass macht! Die Zeiten sind vorbei, als man den DHV-1-Schirm- Piloten belächelt und die Übungshangflieger als Schüler bezeichnet hat. Was früher als "Aufziehübung am Übungshang" verspottet wurde könnte heute "Groundhandling mit Mike" sein!

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Freitag, 15. Juni 2007

Paragliding mit Leidenschaft 8.

8. Alles durch eigene Kraft.

Wenn es einen kleinen Berg in deiner Nähe gibt, dann findest du bestimmt auch ein Plätzchen zum Schlafen dort. Pack etwas zu Essen, einen Schlafsack und eine Flasche Wasser zu deiner Ausrüstung und mach dich mit dem Gleitschirm zum Abenteuer auf! Die Anstrengung des Aufstiegs kann reinigend sein während du deine Wanderschaft zum Gipfel fortsetzt. Die Ruhe, der Trost und das Eintauchen in die Natur machen selbst das kürzeste Wochenendbiwak zu einer denkwürdigen Reise. Verbringe die Nacht draußen unter freiem Himmel, warm eingepackt in deinen Schlafsack, Brot und Käse mampfend, während du die Sterne betrachtest träumst du von großen Termikbärten und gleitest runter oder rauf, oder einfach weg in den Morgen.
http://EzineArticles.com/?expert=Greg_Hamerton

Vor lauter Euphorie über unsere Flüge in Palomaret hätte ich beinahe den guten Greg vergessen, dabei habe ich ja noch drei Tipps zu übersetzen. Im obigen Teil 8 geht es um das Marlboro- Feeling ( darf man eigentlich noch ungestraft Zigarettenmarken im Blog nennen?), welches natürlich für viele eingefleischte Seilbahnfahrer und Pauschalangebotsflieger ein großartiges Abenteuer ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass es doch dem ein oder anderen Piloten das Grinsen ins Gesicht treibt, weil bei Seinesgleichen solche Aktionen zur normalen Wochenendbeschäftigung gehören. Die Grinser werden immer seltener. Früher gab es eine Menge davon. Man konnte es ihnen schon ansehen, wenn sie morgens am Startplatz in der Sonne lagen und dem hektischen Treiben der ankommenden Piloten wenig abgewinnen konnten. Am Abend hast du sie dann wiedererkannt, während du das 3. mal versuchtest schneller rückwärts zu starten, als der Bergwind den Hang runter floss. Die meisten hast du nie kennen gelernt, den Schirm schon, der war fast allgegenwärtig.
Jetzt kommt natürlich die Frage, was der "reinigende" Aufstieg bringt, wenn am nächsten Tag der Wind nicht passt. Wenn du vorher schon sicher sein könntest, dass du am nächsten Tag runter fliegen kannst, wo bleibt denn dann das Abenteuer?

Nun noch kurz zu unseren Abenteuern in den letzten drei Tagen:

Am 12.06.07 herrschten am Startplatz gute Bedingungen vor. Es war überraschend thermisch recht aktiv und gab uns zweimal über eine Stunde lang die Möglichkeit, uns an unruhiges Fliegen zu gewöhnen.



Eine gute Vorbereitung für unsere Flüge in Palomaret, wo wir gegen 17.30 Uhr eintrafen. Der Wind stand gut an und nachdem Dimi und ich etwas Höhe getankt hatten machten wir uns Richtung Maigmo (einem Berg im Osten von El Palomaret) auf. Da der Südwind eher östlich angehaucht war bereitete mir der Gedanke an das Schlachtfest oberhalb einer markanten Südwestflanke vor dem Ziel doch Kopfzerbrechen. Der alte Apco Bageera, den ich gerade seit einer Woche fliege macht einige seltsame Bewegungen, an die ich mich noch nicht gewöhnt habe und ich wollte mein Vertrauen in die Kiste nicht übermäßig strapazieren. Als ich sah, dass Dimi mit seinem P 43 auch nicht weiterkam machte ich mich auf den Rückweg, um am Startplatz den Bus ab zu holen, falls mein Fliegerkollege unten landet. Fünf Minuten nach meinem Toplanden schoß er jedoch am Startplatz vorbei und spielte sich noch lange oben an der Wand. Um kurz nach neun saßen wir beide breit grinsend im Bus auf dem Weg nach hause.

Dimi beim Soaren.


der Maigmo

Am nächsten Tag planten wir nochmals die gleiche Aufgabe. Als wir am Startplatz ankamen war zu unserer Überraschung auch Alex anwesend, der gerade mitten im Abi steckt und eigentlich lernen sollte. Aber er war uns eine willkommene Verstärkung des Gipfelstürmerteams.
Direkt nach dem Start konnte ich gut Höhe machen und wartete, bis auch Dimi in der Luft war. Danach schoss ich gleich Richtung Osten um möglichst bald an der Schlüsselstelle von gestern zu sein. Bis kurz vor den Grat lief alles supereinfach, als plötzlich vor mir ein großer Greifvogel startete und genau zu meiner Schlachtfestwand flog, um dort traumhaft auf zu drehen. Das war mein Zeichen! Trotz der geringen Höhe stach ich ihm nach...
...und soff tierisch ab. Es spülte mich fast den ganzen Hang hinunter und ich konnte gerade noch zurück über eine tiefe Schlucht gleiten, in der Hoffnung an diesem langen Rücken erneut auf zu soaren. Während es kontinuierlich, aber ruhig runter ging sah ich Dimi ca. 100 m tiefer landen. Über Funk kam kurz später seine Bestätigung der perfekten Aussenlandung. Ich hatte bereits mit dem gleichen Landeplatz geliebäugelt, alternativ zog ich aber eine Hanglandung in Erwägung um auf bessere Bedingungen zu warten. Wer sollte uns hier abholen? Mein Auto war gut 15 km entfernt. Also schrappte ich am Hang entlang, so wie ich es täglich vor meiner Haustür mache. Die Augen suchten verzweifelt nach jedem Grashalm, der sich im Aufwind bog. Jedesmal wenn ich ein noch so leichtes Heben verspürte drehte ich möglichst flach um 180 Grad. Es war ein unendlich langer Kampf um wirklich jeden Meter. Teilweise bemerkte ich, dass ich dem gleichen Busch beim Soaren dreimal umflog, bis ich endlich knapp über ihm war. Nach einer Viertelstunde war ich wieder oben am Grad und konnte Alex drüben sehen, wo der Adler vorher gekreist war. Ich flog zurück und landete oben, um Dimi mit dem Bus ab zu holen. Für einen zweiten Versuch waren danach die Bedingungen leider zu schwach, aber auf der Heimfahrt hatten wir uns viel zu erzählen ( grinsend).




Am 14.06. hatte der Südwind deutlich zugelegt und bei unserer Ankunft in Palomaret war nur Rafa mit dem Boomerang am Himmel. Er bot den wartenden Piloten eine sehenswerte Flugshow während am Startplatz Wind um 40 km/h gemessen wurden.
Als es nach einer Stunde ruhiger wurde und Dimi und ca. 5 weitere Piloten gestartet waren konnte man leider nur noch am Hang entlang kratzen. Alle standen 15 Minuten später unten.

15.06.07 Heute ist Dimi heim geflogen. Den Maigmo verschieben wir auf nächstes mal.

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Donnerstag, 7. Juni 2007

Paragliding mit Leidenschaft 7, Santa Pola

Für alle Tandempiloten:

7. Mach es gemeinsam!

Einen Tandem zu fliegen gibt dir den Hauch von Enthusiasmus eines Anfängers. So wie dein Passagier nach dem Kick giert, vom Boden ab zu heben und vor Aufregung und aufkommender Angst zittert läßt du dich anstecken, auch ein wenig aufgeregt zu sein. Die neue Verantwortung und Herausforderung des Tandem fliegens bietet einen tollen Lerneffekt. Nachdem du deinen Passagier wieder sicher am Boden abgesetzt hast, tut man sich wirklich schwer, das Grinsen aus deinem Gesicht weg zu bekommen.


http://EzineArticles.com/?expert=Greg_Hamerton


Eine der wenigen Möglichkeiten Gleitschirmfliegen gemeinsam zu genießen. Nachdem die Tandemausbildung und die Eingangsvoraussetzungen hierfür deutlich verschärft wurden wird es in Zukunft auch nur wenigen Piloten möglich sein, diese einzigartige Chance zu nutzen, Nichtfliegern einen Einblick in unsere Welt zu erlauben. Ich glaube, das ist eines der grössten Probleme bei unserem Sport: man kann ihn schwer mit anderen teilen, zusammen ausüben, gemeinsam feiern oder einfach "dieses Grinsen" erklären. Klar, du fährst zusammen mit deinen Kumpels zum Fliegen und sitzt auch am Abend mit ihnen beim Sigi oder sonstwo bei deinem Bier, aber deinen Flug, dein Erlebnis, dein Adrenalin und auch genau dein Gefühl, das du jetzt gerade hast, wenn es sich anfühlt, als wenn es dich in den Barhocker presst und dein Vario um Gnade winselt das wird niemand so spüren können wie du.


Eigentlich habe ich aus diesem Grund mein Blog angefangen. Wenn ich abends mit meinem Schirm die Strasse vom Startplatz nach Hause schlenderte, dieses Grinsen im Gesicht dachte ich mir oft, dass man so etwas Tolles irgendwie vermitteln müsste. Selbst auf den kleinen Videos, die ich hier gedreht habe kam das nicht zum Ausdruck, was mich so fasziniert. Die Komposition aus all den unterschiedlichen Elementen. Die Angst abzusaufen, der Kampf um jeden Meter, das Abschätzen der Bedingungen, die Berg-und-Tal-Fahrt an der Wand und plötzlich dein Aufwind, eine Blase warmer Luft gefüllt mit dem Duft nach Rosmarin, der dir eine Ruhepause verschafft. Zeit, das türkise Meer zu bewundern und schnell ein Foto zu machen bevor es wieder weiter geht.


Heute war ein richtig guter Tag. Am Vormittag konnten wir noch eine gute Stunde fliegen, bevor der Wind deutlich stärker wurde.

Anette und Bine am Strand

Als wir am Nachmittag vom Strand kamen, waren schon ein, zwei Schirme in der Luft und es wurde ständig ruhiger. Perfekte Bedingungen bis nach 21 Uhr für einen gemütlichen, langen Abendflug.

Bine konnte endlich den neuen Schirm probieren



Anette vor Tabarca



Der Faro


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Dienstag, 5. Juni 2007

Paragliding mit Leidenschaft 6

6. Tausch mal deinen Gleitschirm!
Nimm den von deinem Freund, während er deinen fliegt! Das Neue ist belustigend, das Handling ist immer anders, und du wirst feststellen, wie sehr du deinen eigenen Flügel wirklich schätzt, oder du wirst den perfekten Flügel finden, von dem du immer geträumt hast. Du musst dir keinen neuen Gleitschirm kaufen um einen neuen Gleitschirm zu fliegen.
http://EzineArticles.com/?expert=Greg_Hamerton

Es ist schon lustig, wie oft ich mich in einem dieser Artikel wiederfinde. Nachdem mir ein Nachbar beim Start vor ein paar Wochen in meinen heißgeliebten P44 reingerauscht ist muss (darf) ich ja mit einem P 25 (dem gelben Blitz) rumheizen. Ein ganz neues Fluggefühl! Nicht, dass ich früher nicht jede Woche irgend etwas anderes geflogen wäre, aber dieser Umstieg auf Dauer verblüfft mich immer aufs Neue. Anfangs als lahmer Lückenbüßer verspottet hat sich auch der ruhige DHV 1er als durchaus konkurenzfähig erwiesen. zudem macht es natürlich wesentlich mehr Spass, mit einem 1er oben zu bleiben, wenn die Anderen absaufen.

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Montag, 4. Juni 2007

Paragliding mit Leidenschaft 5, El Palomaret

Lass es krachen!
"Die Sicherheitskurse ( angeboten von den Könnern, wenn´s um Gleitschirmverhalten in Extremsituationen geht ) sind ein erster großer Schritt in Richtung Kunstflug. Du bist gelangweilt? Wie harmlos sind deine Wing- over? Kannst du deinen Flügel gefüllt halten, wenn er unterhalb des Horizonts ist? Kannst du den Schirm direkt unter dich bringen? (?) Hast du mal probiert asymetrisch zu spiralen? Es gibt einiges darüber zu lernen, wie man über seinen Schirm kommt und es kann so lustig sein, dass dir die Haare zu Berge stehen. Frag mal ´nen Fallschirmspringer- fallen kann abartig cool sein."

http://EzineArticles.com/?expert=Greg_Hamerton


Also Leute, auf zum Sicherheitstraining! Über Wasser und mit der fachmännischen Videoanalyse lässt sich aus solchen und ähnlichen Flugübungen eine Menge raus holen. Wobei der obige Absatz ja eher etwas für gelangweilte Sicherheitstrainingdauerkarteninhaber (booaaa, mein Wort der Woche!) ist. Für Otto- Normalflieger ist ein stinknormales Stabilisieren eines grösseren Einklappers ja meist schon eine Kunstflugfigur, die zu beherrschen sicherlich sinnvoller ist, als seine Kiste unter sich zu bringen.

Bis zu deinem nächsten Besuch bei Ekki und Kollegen gibt es natürlich auch andere Möglichkeiten seinem Schirm Manieren bei zu bringen. Ich nenne es mal "sauber Fliegen" . Steilspirale dosiert fliegen, Sinken erhöhen und wieder flacher werden, Ausleitung ohne Aufstellen der Kappe, nach dem Nicken oder Rollen die Kappe schnell beruhigen. Es gibt viele Übungen um sich zu testen, und die meisten sind sinnvoller als "sich selber auf die Kappe zu spucken".

Jaaa ich weiß, es sieht spießig aus, wie ein Anfänger im Performancetraining umeinand zu schaukeln, aber gestern hab ich´s schon gesagt: Flieg für dich! Außerdem ist das der erste Schritt zum Kunstflug, oder glaubst du die Sat- Brothers Rodriguez ziehen einfach irgendwo und schauen, was passiert? Versuch mal dein Gurtzeug am Brustgurt ein paar Zentimeter weiter zu öffnen, als sonst. Offen macht es mehr Spass!

Gestern war ich noch schnell in El Palomaret, unserem Südgelände und hab beim Tandemfliegen ausgeholfen. Der Wind war recht heftig und ziemlich ost ( vor meiner Haustür wäre es auch gegangen), aber es hat trotzdem viel Spass gemacht.

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Sonntag, 3. Juni 2007

Paragliding mit Leidenschaft 4.Teil und wieder abgesoffen

4. "Reagiere auf die Zeichen!

Eine weiße Taube kreuzt deinen Weg, kreist vor dir und fliegt nach rechts weg. Mach so, als wäre das ein Vorzeichen! Folge dem Vogel so lange es geht! Drei Krähen fliegen vorbei und wirbeln um einander. Mach einen Wing- over! Reagiere auf deine Umgebung indem du mit ihr spielst! Dieses kindliche Verhalten bringt Zauber in deine Welt- du kannst die Wolken sprechen hören, kannst lachen über das was die Krähen sagen und kannst Wärme sehen, wenn deine Gedanken in diesem verspielten Zustand sind. Ein klarer Geist, der nach mehr Leistung strebt und sich anstrengt, sein technisches Wissen über Gleitwinkel, Auftrieb und Flugplanung um zu setzen wird es dir ermöglichen, eine geflogene Strecke zustande zu bringen. Aber eine Strecke ist was unten am Boden und ein Flug ist ein Abenteuer in der Luft. Es ist egal, wie weit du fliegst, das WIE du fliegst lässt dich grinsen"
Article Source: http://EzineArticles.com/?expert=Greg_Hamerton


Das war der 4. Teil von Greg Hamerton. Ich muss zugeben, beim ersten Überfliegen hat es mich nicht so vom Gurtzeug gerissen, aber die letzten beiden Sätze haben es in sich. Nachdem heute alles in Kilometer, Minuten, Arbeitseinheiten und Umsatzanteilen gerechnet wird (und das seit dem Kindergarten) haben die meisten Piloten Probleme um zu schalten. Das fängt schon bei der Ausbildung an . Es ist nichts wichtiger, als die Anzahl der Flüge und der Theoriestunden. Danach wird gemessen - ALLES! Du kommst heim, erste Frage:" Wieviel Flüge hast du denn gemacht?" Nur das, was im Flugbuch steht ist wichtig.
Leistungsgesellschaft- schwer da raus zu kommen! Das betrifft nicht nur das Fliegen!

Ich denke, da muss man schon lange an sich arbeiten, viele unsinnige Flüge machen, nach Tauben und Krähen Ausschau halten und den Wolken zuhören. Den Augenblick genießen!
Dein nächster Flug soll ein besonderer sein! Nicht, weil er besonders weit, hoch oder lang ist, sondern, weil er einzigartig ist. Schreib in dein Flugbuch, was du gefühlt oder gedacht hast! Überlasse es nicht anderen, deinen Flug zu bewerten! Flieg für dich.
Klar, wenn alle anderen absaufen und ich noch der letzte bin, der oben einlandet dann schwebe ich schon abends auf dem Heimweg. Aber es gibt genau so schöne Flüge, die einfach nur Paragliding sind, wo es nur um das Spüren der warmen Luft oder um das Kribbeln im Bauch beim Wingover geht. Wo es total egal ist, ob der Wingover von unten gut ausschaut und ob man ihn vom Startplatz aus gut sehen kann.



Gestern konnte man am Nachmittag gut fliegen, nachdem der Wind etwas nachgelassen hatte. Ich bin am Abend nochmal vor zum Startplatz gegangen und gegen den Südwind gnadenlos abgesoffen. War ein gute Flug - nur so kurz!

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Freitag, 1. Juni 2007

Paragliding mit Leidenschaft 3.Teil und Flugunfall

Hey, gestern hab ich noch gesagt, dass ich daran arbeite, nicht abzusaufen und heute musste ich nicht einmal hochlaufen. Aber ein Engländer hat scheinbar auch mein Blog gelesen und das mit dem Schließen der Augen allzu wörtlich genommen. Rechts hatte ich den Hang und von links kam der Engländer, der mit seinem alten Airwave meinen schönen P25 poppen wollte. Ist nochmal gut gegangen.Er hat sich dann auch entschuldigt.


3. Teil des Beitrags von Greg Hamerton


Abenteuer


"Es gibt nichts besseres, als an einem riesigen Berg zu stehen, den du nie in deinem Leben vorher gesehen hast, in einem fremden Land und dann in dessen fremden Himmel zu starten. Abgesehen von dem Genuss des Reisens ist die Herausforderung, die neue Umgebung zu beherrschen genug um deinen Puls rasen zu lassen. Genau so gut kann natürlich auch ein Trp zu einem neuen Fluggelände in deinem Heimatland den sportlichen Enthusiasmus entfachen. Du musst ständig besser werden, daher kommt der Spass. Also ruf ein paar Freunde an, springt in einen Kleinbus und fahrt raus über´s Wochenende! Mach´s einfach!"


Das ist natürlich wieder genau mein Thema: Setz dich in den Flieger und flieg zum Max! Na ja, es muss nicht immer gleich Spanien sein. Man kann auch ein tolles Wochenende am Tegernsee, in Westendorf oder Bassano verbringen. Wichtig ist, dass man Spass hat und das Gleitschirm fliegen zelebriert. Da gehört alles dazu. Von der Planung, wer dabei ist bis zur Grillkohle. Es gibt viele Möglichkeiten, je nachden, ob ihr auf Streckenjagd geht oder den Soaringkönig des Tages krönt. Wobei ich immer wieder feststelle, je weiter die Leute von ihrem Büro entfernt sind umso mehr sind sie auch bereit, die Arbeit mal zu vergessen. Du bist dann halt einfach dort und musst was draus machen.

Kurze Info zum heutigen Flugtag
Am Vormittag guter Ostwind der, wie vorhergesagt, schnell zunahm. Zu meiner Verwunderung meinte ein Pilot einer geführten Gleitschirmgruppe, sein Paraglider sei ein Düsenjäger, der auch fliegen kann, wenn alle anderen landen müssen. Das kostete ihn dann den Gleitschirmurlaub (Handgelenkbruch) nachdem er versucht hatte im Lee ca. 300m hinter dem Startplatz zu landen.

Blick nach Alicante



Am Nachmittag konnten wir nochmals für fast 3 Stunden gut soaren. Später zogen Wolken auf, die uns die unruhigen Flüge des Tages erklärten.

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Donnerstag, 31. Mai 2007

Paragliding mit Leidenschaft 2.Teil

Nachdem jetzt jeder seine alte Kamera hervorgekramt hat kommen wir zum 2. Teil unserer Reanimation der Flugbegeisterung.

2. Schärfe deinen 6. Sinn
Bist du schon mal ans Telefon gegangen und wusstest wer dran ist, bevor der Anrufer sich gemeldet hat? Den selben 6. Sinn gibt´s beim Fliegen. Gebrauche ihn um Thermik zu suchen! Spüre, ob es fliegbar ist bevor du ins Fluggelände aufbrichst! Warte am Startplatz, bis du fühlst, dass was den Hang hochkommt! Versuche Thermik zu fühlen indem du für kurze Zeit mit verschlossenen Augen fliegst! Es gibt einiges mehr beim Gleitschirm fliegen, was das Auge nicht sieht. Öffne dich für deine verborgenen Kräfte und du wirst sehen, dass dein Fliegen etwas Neues und Inspirierendes wird.

Guter Vorschlag! Wobei ich schon einen Schritt weiter vorne angefangen hätte. In letzter Zeit ist mir auch bei meinen Schülern oft aufgefallen, dass der Blick für die Schönheit der Umgebung immer mehr baden geht. Hatten früher noch die meisten meiner Kunden irgendeine Beziehung zu den Bergen und auch die damit verbundene Begeisterung, sich in dieser Umgebung zu befinden, einen Blick zu genießen, der nur Wenigen geboten wird so ist heute doch der Kopf mehr von Zahlen voll. Wichtig ist die Anzahl der Flüge, das max. Steigen (oder, wenn zu klein dann das max. Sinken), Startüberhöhung (booo) oder Flugzeit. Ich kann mich gut an einen Schulungstag erinnern, an dem ich mit einer Hand voll Gleitschirmschülern in Kössen zum Weststart hochgefahren bin. Früher ging die Bahn ja nur bis zum Franz (Scheibenwald) und man konnte dort umsteigen und mit dem 2er- Sessel zum Gipfel hochfahren. Als wir oben ankamen war der Wind noch etwas stark und wir hatten die Möglichkeit, die "Dramen" zu bewundern, die uns von anderen Piloten geboten wurden. Einer der Schüler war ein guter Bergsteiger und zeigte zum Wilden Kaiser rüber. " Da drüben, in der Fleischbank war ich schon mit zwei Spezeln gehängt..." und für eine halbe Stunde waren wir alle mittendrin im Berg und in einer eigenen faszinierenden Welt, die ja eigentlich schon dauernd um uns war. Es braucht manchmal nur einen kleinen Anstoß, um die Umgebung wahr zu nehmen und zu begreifen, dass ein Betrachten aus genau deiner Perspektive nur ganz wenigen Menschen möglich ist. Betreibe Gleitschirm fliegen nicht, als wäre es ein Transportmittel! Auch wenn der Gedanke, in einer Halle zu fliegen für einige Piloten die Lösung zu sein scheint wäre es für mich "Sex am Fließband"- mechanisch, steril, Fahrrad fahren im Keller,... .
Einiges aus dem obigen Abschnitt von Greg lässt mich schmunzeln. " Warte am Startplatz, bis du fühlst, dass was den Hang hochkommt!" Jeder, der in meinem Blog schon vorher gelesen hat weiß, dass ich damit die größten Probleme habe. Meist muss ich mindestens 2 mal absaufen und hochhecheln, bevor meine Sinne so richtig scharf sind. Aber ich arbeite daran!
Morgen geht´s im 3. Teil um Abenteuer.

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Mittwoch, 30. Mai 2007

Paragliding mit Leidenschaft

Ganz abgesehen davon, dass ich der Meinung bin, dass man eigentlich alles mit Leidenschaft machen sollte, was einem wichtig ist, ist es beim Fliegen, insbesondere beim Gleitschirm fliegen überlebenswichtig. Nein, nicht dass man zwangsläufig abstürzen muss, wenn die notwendige Leidenschaft fehlt, sondern mehr, dass der Gleitschirm irgendwann auf einem Schrank, unterm Bett oder sonstwo vor sich hin stirbt. Wo früher mal "Freiheit und Abenteuer" stand kann man jetzt nur noch "Ebay oder Tonne" lesen.
"Hey Max! Ich hab da noch einen funkelnagelneuen Sackflug 27 - hab ich vor drei Jahren gekauft - 12 Flüge! Warum ich aufgehört habe zu Fliegen? ... Weiß nicht, irgendwann war´s weg."
Zu diesem Thema hab ich einen Artikel von Greg Hamerton gefunden, der mir ausgesprochen gut gefallen hat und den ich hier frei übersetzen will.
Erneuere deine Flugbegeisterung!
Du liebtes es früher Gleitschirm zu fliegen , aber heute scheint es zu viel Aufwand zu sein, den richtigen Hügel zu finden, der dir gut genug ist, um deinen Schirm auszulegen. Alles wird etwas langweilig. Allein beim Gedanken ans Fliegen schoss dir das Adrenalin in deinen Körper und ein Bild eines Gleitschirms in einer Zeitschrift ließ dich träumen von grenzenloser, ruhmreicher Freiheit. Und jetzt?
Nichts wirklich Neues passiert, du startest, fliegst rum und landest, wie hundertmal zuvor. Schnell den Schirm zusammen packen. Logbuch ausfüllen? Nichts zu berichten. Eine kalte Melancholie stielt sich in dein Herz - wo ist die Begeisterung? Wo ist die Leidenschaft? Wo ist der Zauber des Fliegens geblieben? Hier sind 10 Möglichkeiten, um deine Flugbegeisterung aufleben zu lassen.

1. Knipse es!
Benutze Fotografie, um den Moment festzuhalten! Große Flüge leben in der Erinnerung, umgeben uns mit einem Hauch von frischer Luft, wenn wir uns das Erlebte in das Gedächtnis rufen. Die Erinnerung verblasst mit der Zeit, jedoch Fotos bringen die Farbe zurück, dieser wunderbare tiefblaue Himmel mit dicken Cummuli übersäht. Und wir sind plötzlich wieder mittendrin. Es genügt eine kleine Digitalkamera, um die Geschichten aufleben zu lassen. Versuche an jedem Flugtag mit ein paar Bildern die Stimmung fest zu halten! Such die besten Fotos aus und setze sie in dein Flugbuch! Beschäftige dich etwas damit, zeige sie deinen Freunden! Betrachte deine Flüge als was Besonderes und sie sind was Besonderes!

Guter Mann, der Greg! Ich werde später ausführlicher auf ihn zurückkommen. Vorab: Er lebt in Südafrika, ist Fluglehrer und schreibt gute Artikel und Bücher, z.B.
BEYOND THE INVISIBLE .

Ihr seht, den ersten Teil habe ich schon mit meinem Paragliding- Blog umgesetzt. Ihr müsst jetzt nicht gleich euer eigenes Blog schreiben, es genügt ein kleines Fotoalbum, wie Picasa, wo man entscheiden kann, wer die Fotos anschauen darf.
Oder ihr versucht es mal mit Video! Beispiele unter: Paragliding- Video.

Morgen geht´s weiter mit Teil 2 : Feeling your way .
Wie soll man das übersetzen?
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