Sonntag, 27. Juli 2008

Toedlicher Gleitschirm- Unfall in Santa Pola

Nachdem sich die Anfragen und Geruechte ueber den Absturz am gestrigen Samstag, den 26.07.08 haeufen habe ich doch beschlossen, hier im Blog zu schreiben, was wirklich passiert ist.
Durch Zufall hat meine Webcam um 11.06 Uhr den Start des Polizisten aus Murcia festgehalten.



Am Startplatz waren neben meinen Freunden Sonja und Martin noch der Unglueckspilot, seine Frau, sein Sohn und ich. Der Pilot startete routiniert und ohne Hektik, flog zuerst nach links Richtung Kapelle, machte etwas Hoehe und drehte in Richtung Faro. Daraufhin startete auch ich und begegnete vor der gegenueberliegenden Urbanisation dem Piloten, der mit ausreichender Hoehe zum Startplatz zurueckflog. Wir waren an diesem Tag die einzigen Gleitschirme am Hang. Ich flog zwei Kreise um Hoehe zu gewinnen und bemerkte, als ich wieder Richtung Startplatz sah, dass der Kollege verschwunden war. Waehrend ich noch den Hang nach ihm ab suchte hoerte ich Martin ueber Funk sagen: "Max, der ist abgeschmiert!" Auf meinem Weg zurueck zum Startplatz sah ich in der Schlucht suedlich vor dem Startplatz den Schirm mit dem Piloten am Felsen haengen. Auf mein Rufen kam keine Reaktion. Darauf landete ich am Startplatz, beauftragte Sonja die 112 an zu rufen und sprang den Hang hinunter um nach dem verunglueckten Piloten zu sehen. Als ich auf der anderen Seite ca. 10 m hoch geklettert war erreichte ich die Absturzstelle. Der Pilot sass auf einem Felsvorsprung und war nicht ansprechbar. Der Schirm hatte sich in den Felsen darueber verfangen.Der Integralhelm war erheblich beschaedigt. Schon kurz nach meinem Eintreffen hatte ich die Befuerchtung, dass der Verunglueckte bereits tot war. Ich suchte am Handgelenk und am Hals vergeblich nach Puls und mir war klar, dass ich nichts mehr fuer ihn tun konnte. Kurz darauf trafen Martin und bald zwei weitere Maenner ein. Wir warteten bei dem Toten auf den Rettungshubschrauber, dessen Besatzung sich dann zwei weitere Stunden mit dem Transport des Verunglueckten beschaeftigte. Waehrend der ganzen Zeit stand ich in Funkverbindung zu meiner Frau Maite die sich zusammen mit unseren Nachbarn um die Frau und den Sohn des Unglueckspiloten kuemmerten. Immer wieder versuchte ich die anwesenden Polizisten dazu zu bringen, sich um die Ehefrau und den Sohn ihres verunglueckten Kollegen zu kuemmern- ohne Erfolg. Erst nach mehr als drei Stunden war jemand bereit, der Frau zu erklaeren dass ihr Mann verstorben sei.
Was hat zum Absturz gefuehrt?
Nach meiner Einschaetzung und nach den Berichten der Frau des Piloten und von Martin und Sonja ist der Mann bei seinem Rueckflug zum Startplatz zu weit ins Lee hinter der Kante geraten, hat durch die Turbulenzen einen oder zwei Klapper bekommen, die (evtl. gemeinsam mit einem einseitigen Ueberbremsen) zum Absturz in die Schlucht gefuehrt haben.
27.07.08 Ich bin heute morgen wieder geflogen.
Kein flaues Gerfuehl in der Magengegend, kein Respekt vor der Hoehe- alles war normal. Um 11.20 Uhr einen Gruss in die Schlucht und dann -zurueck zum Startplatz.
Unfaelle sind ein Teil unseres Lebens. Es war der erste toedliche Paragliderunfall den ich in meiner 20- jaehrigen Zeit als Fluglehrer miterlebt habe und der erste toedliche Unfall hier am Hang, soweit ich weiss. Keine andere Luftsportart hat so wenige Tote, wie das Gleitschirmfliegen mit 0,035 %(Fallschirmspringen, 0,05%, Segelfliegen, 0,06%, Ultraleichtfliegen, 0,07% Motorfliegen, 0,10%). Quelle DHV.
In den letzten vier Jahren gab es hier auf dem Paddeltennisplatz unserer Anlage mehr Verletzte als beim Paragleiten. Nur, wenn sich beim Fliegen einer den Fuss bricht kommt der Krankenwagen mit Blaulicht und die Polizei; beim Paddeltennis faehrt ein Mitspieler den Verletzten ohne Aufsehen zum Krankenhaus.

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2 Kommentare:

Am/um 27. Juli 2008 17:43 , Blogger Vince meinte...

Hallo Max & liebe Gleitschrimflieger Freunde.

Beitragend zu Max sachverhalt der zu diesem schrecklichen Unfall fuer aufklaerung beitragte.
Spreche ich hier mein tiefstes bedauern ueber den Toten Piloten & seiner Familie aus.

Ein Unfall der nicht haette sein muessen ,zumal es einer der ersten in der Geschichte von Santa Pola ist.

Der Mann ist 40 jahre alt geworden von Beruf: Ein Ehrenwehrter Guardia Civil.
Er hinterlaest seine Frau & einen 9 jaehrigen knaben.
Die er bei dem Unglueck am Startplatz zuruecklies.

Gott moege seiner Seele Gnaedig sein.

Vicente.

 
Am/um 28. Juli 2008 22:47 , Blogger beepiper meinte...

hola! das ist schrecklich! vor allem für Frau und Kind! ich spreche hiermit mein mitgefühl aus.
Paßt alle gut auf euch auf!!! always happy landings!!!! Bine

 

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